- Drogensucht unter Jugendlichen wird von den bereits Süchtigen auf
diejenigen übertragen, die noch keine Drogen nehmen.
- Neugier und die Tendenz, sich Gruppennormen anzupassen, sind die
wesentlichen psychologischen Mechanismen, die den Einstieg in die
Drogensucht nachvollziehbar machen.
- Labile Jugendliche und solche, die unsicher sind, ob sie im
Freundeskreis akzeptiert werden, laufen am ehesten Gefahr, in die
Drogenszene hineinzugeraten.
- Man nimmt eine Droge, weil sie "angenehme Empfindungen" hervorruft.
- Wenn man Drogen nimmt, so bringt man das biologische Gleichgewicht
zwischen Vergnügen und Unbehagen durcheinander, das bei Mensch und Tier
als unbewusster Schutzmechanismus wirkt.
- Drogensucht entwickelt sich leicht zu einer Form der schweren
Abhängigkeit, die ihrer eigenen Dynamik folgt.
- Diese künstlich geschaffene Abhängigkeit kann so stark werden, dass
natürliche Bedürfnisse wie Hunger und Durst nicht mehr empfunden werden.
- Das ausgeprägte Lustempfinden, das Drogenmissbrauch hervorruft,
bedeutet dem Drogensüchtigen mehr als anderen der Sexualtrieb.
- Wer diese Gefühle selber empfunden hat, wird nicht zögern, seine
Freunde in diese "Welt des chemischen Vergnügens"
hineinzuziehen.
- Die Widerstandskraft dem Drogenkonsum gegenüber nimmt ab, wenn er
verbreitet ist und ihm eine "verständnisvolle Haltung"
entgegengebracht wird.
- Unterstützung und Verständnis gegenüber den Drogensüchtigen sind
berechtigt, nicht aber gegenüber Drogen und der Sucht an sich.
- Der "freie Wille" des Drogensüchtigen ist ausgeschaltet. Dies
ist die zwangsläufige Folge der Drogensucht.
- Selbst wenn der Drogensüchtige bereit ist, sich die zerstörerrischen
Folgen seiner Lebensweise einzugestehen, ist er selten bereit, die Drogen
aufzugeben.
- Der Drogensüchtige ist durchaus bereit, sich nach Hilfe und
Unterstützung umzusehen, wenn er in Schwierigkeiten gerät oder wenn der
Drogenvorrat knapp ist. Aber das heisst gewöhnlich nicht, dass er bereit
ist, die Droge aufzugeben.
- Die weitreichenden Störungen verschiedenster Art, die sich aus dem
Drogenkonsum ergeben, machen eine Behandlung schwierig.
- Ein "behandelter" Drogensüchtiger kann genauso wenig ein
"Gelegenheitskonsument" von Drogen werden, wie ehemalige Raucher
oder Alkoholiker "Gelegenheitskonsumenten" ihrer Drogen werden
können. ("alles-oder-nichts-Gesetz")
- Jeder Drogensüchtige, der meint, er sei eine Ausnahme vom
"Alles-oder-nichts-Gesetz" - wie es die meisten Drogensüchtigen
tun - wird schnell entdecken, dass er doch dem Gesetz entsprechend
reagiert.
- Totale Abkehr von den Drogen ist der einzige konstruktive Weg für
denjenigen, der in Drogenabhängigkeit geraten ist.
- Aus Solidarität mit drogengefährdeten Jugendlichen sollten auch die,
welche meinen, stark genug zu sein, auf Drogenexperimente verzichten.
- Eine liberale Drogenpolitik wird zu einer Zunahme der Drogensucht
führen.
- Eine restriktive Drogenpolitik wird das Risiko, in die Drogensucht zu
geraten, eindämmen.
- Die Drogensucht kommt nicht über uns wie eine Naturkatastrophe, sondern
sie kann in allen Einzelheiten analysiert und verstanden, ihre Ausbreitung
beherrscht und gestoppt werden.
- Wenn es zur Ausbreitung der Drogensucht kommt, ist es eine politische
Frage, wie man damit umgeht und welche Massnahmen man ergreift.
(nach Nils Bejerot)
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